Samstag, 6. Februar 2010

Kindesmissbrauch in der katholischen Kirche

der spiegel schwulDer Spiegel schreibt, dass der Skandal um Kindesmissbrauch die katholische Kirche in Deutschland erschüttert. Allein seit 1995 hat es über 90 Verdachtsfälle gegeben.

Ich frage mich, wann der katholischen Kirche die Genehmigung entzogen wird, Kinder zu unterrichten.

Kinder in Obhut der katholischen Kirche sind offensichtlich stark gefährdet, an Leib und Seele verletzt zu werden.


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Kommentare:

Clamix hat gesagt…

Bei einer weniger mächtigen Organisation wären die Behörden vielleicht schon den Weg gegangen...

Anonym hat gesagt…

Auch wenn ich die Vertuschungs-Mechanismen der Kirche nicht schätze, Kindesmißbrauch durch Priester (schlimm genug)scheint aber nicht öfter vorzukommen, als in anderen Berufsgruppen auch, sogar eher weniger.
Interessanter Artikel hier:
http://www.nn-online.de/artikel.asp?art=1168092&kat=267

Rich Rubin hat gesagt…

hallo anonym, danke für den interessanten artikel. leider bin ich mit dir nicht einer meinung. der experte beibt letztendlich den beweis schuldig und gehört selbst zu einer katholischen bruderschaft.

ein beweis, der für mich auch gar nicht nötig ist, denn die über 90 fälle sind einfach eine zahl. ob der zölibat dran schuld ist oder nicht, ist ein sachverhalt, den katholiken unter sich klären sollen, wenn sie wollen.

ich finde wichtig, dass kinder gechützt werden und hier scheint die katholische kirche strukturell so angelegt zu sein, dass sie den schutz für kinder in ihrer obhut nicht gewährleisten kann.

deshalb bin ich dafür, dass die katholische kirche keine schulen mehr führen darf. so wie alle anderen organisationen in denen kindesmissbrauch in diesem eklatant hohem ausmaß vorkommt.

Hans-Georg hat gesagt…

@anonym:
Da hat man doch tatsächlich einen Weg gefunden, die Täter zum Opfer werden zu lassen: "Teils seien die Täter selbst Opfer strenger Sexualmoral,....."
Und letztendlich sind die, an denen sich vergangen wurde, womöglich noch selbst daran schuld.
Ein Skandal ist das!

B. Bübchen hat gesagt…

Ich kann mich auch noch gut an die Studie erinnern, die bewiesen hat, dass Rauchen nicht gesundheitsgefährdend ist. Unterzeichnet hat sie Dr. Philipp Morris.

Schön, wenn Ärzte, die in katholischen Krankenhäusern ihr Gehalt beziehen, feststellen, dass sexueller Missbrauch in nicht katholischen Vereinen häufiger vorkommt ("sofern man die Zahlen auswerten kann"). Ich habe von sexuellen Missbrauch in staatlichen Schulen in dieser Häufigkeit noch nicht gehört.

Anonym hat gesagt…

Dieser Bericht lässt ahnen, wie grausam das alles war:

http://www.spiegel.de/panorama/0,1518,676373,00.html

Und alle haben weggeschaut.

Anonym hat gesagt…

@ Rich Rubin: Man müsste wirklich mal eine Gegenüberstellung von statistischen Zahlen auch aus staatlichen Schulen und sozialen Einrichtungen sehen. Ohne dies kann man wirklich nichts zum Thema "eklatant hohes Ausmaß" sagen. Keine Frage, jeder Fall ist ein Fall zuviel, doch schmeisst man hier nicht die Täter mit der zweifellos höheren Zahl engagierter und aufrichtiger Erzieher im kirchlichen Bereich in einen Topf? Ich selbst bin auf einer Klosterschule gewesen und habe nie etwas Negatives selbst erfahren oder von anderen gehört. Hier liegt wohl auch der Grund, warum ich versuche, die guten Pädagogen, die es im kirchlichen Dienst gibt, zu verteidigen.
@ Hans-Georg: "Teils seien die Täter selbst Opfer strenger Sexualmoral,....." Der von Anonym (2) gelinkte Spiegel Bericht sieht es auch so: "Wolfgang S., Bernhard E. und Pater R. waren offensichtlich eingesperrt in die Leib- und Sexualfeindlichkeit des Keuschheitsgelübdes." Und das ist die Sichtweise des Opfers! Es ist ja keine Rechtfertigung, sondern eine Erkenntnis.

Rich Rubin hat gesagt…

hallo anonym, danke für deinen beitrag. ich möchte hier nicht alle katholischen pädagogen verteufeln. vor allem, weil ich sie nicht alle kenne. 90 fälle bleiben dennoch eine eklatant hohe zahl. dein argument, woanders könnte es noch mehr vergewaltigungen von kindern geben, ist vielleicht dir ein trost, bringt uns hier aber nicht weiter. was in der katholischen causa zum himmel schreit, ist der umgang der verantwortlichen in der kirche mit dem wissen über die vergewaltigungen: "verschweigen, vertuschen, versetzen" zitiert der spiegel. so war es möglich, dass einige täter jahrzehntelang weiter machen konnten. das halte ich für menschenverachtend und steht im totalen gegensatz zu dem, was die christliche lehre ausmacht. jede weltliche pädagogische organisation müsste in diesem fall zusperren.

Anonym hat gesagt…

Mit Verlaub, die ganze Debatte ist doch absurd. Es gibt zwischen "katholischer Kirche" und "Missbrauch" überhaupt keinen Zusammenhang. Man könnte auch eine Umfrage bei den 16 Bundesländern machen, wieviele Landesbeamte in den letzten fünfzehn Jahren des Missbrauchs beschuldigt wurden. Und dann konstruiert man daraus eine Geschichte "Missbrauch durch Landesbeamte" ... wo soll da die Verbindung sein ?

Rich Rubin hat gesagt…

stimmt, da gibt es keine verbindung.

aber man stelle sich vor: den behörden in bayern wird gemeldet, dass sich mitarbeiter in einer landeseigenen kita an kindern vergangen haben. was tun die behörden? sie versetzen die mitarbeiter nach nordrhein westfalen. dort dürfen sie dann wieder in einer kita arbeiten.

1. der hinweis, dass in anderen institutionen mehr kinder missbraucht werden, soll den skandal relativieren. deshalb bitte ich um einen beweis: welche organisation hatte in den letzten jahrzehnten so viele missbrauchsfälle ohne daraus konsequenzen zu ziehen?

2. der zölibat als mögliche ursache für kindesmissbrauch ist mir so was von egal.

die vertuschungs- und versetzungspolitik, die ist das strukturelle problem der katholischen kirche. das findet sich sonst in keiner organisation.

Anonym hat gesagt…

Nun setzt sich aber der derzeitige Papst wie kein anderer zuvor, für die Aufklärung/Verfolgung dieser Verbrechen ein. (s. die rezenten Prozesse in den USA)Das muss man auch schon als Beginn eines Strukturwandels anerkennen.
Auch kamen die Hinweise zu den jüngsten Fällen bei den Jesuiten in Berlin und der Aufruf an die Opfer, sich zu melden, von den Jesuiten selbst!
Ich finde übrigens auch,der Zölibat hat mit der Sache recht wenig zu tun....das hiesse ja im Umkehrschluss, wer zölibatär lebt (das tun ja auch Nicht-Priester) neige zur Pädophilie.
Und wenn man der Kirche generell die Lehrerlaubnis an Schulen entziehen will, muss man wohl auch den Eltern generell die Erziehung von Kindern abnehmen, denn im familiären Umfeld gibt es immer noch die meisten Übergriffe auf Kinder und Jugendliche.
Ich will nichts verharmlosen, aber es ist halt ein weites Feld....

Rich Rubin hat gesagt…

jetzt kommen wir uns langsam näher, denn deine tendenz zu relativieren scheint schwächer zu werden. da hört man dann auch lieber auf deine vernünftigen argumente. :>