Freitag, 11. Dezember 2009

Homophobie ist keine Meinung

edith düsing schwulIn Köln wird eine Frau Professor Düsing bei einem Vortrag über Schiller durch ein schwul-lesbisches Kiss-In gestört. Sie hatte die Erklärung „Für Freiheit und Selbstbestimmung - gegen totalitäre Bestrebungen der Lesben- und Schwulenverbände" unterzeichnet. Ihr war es recht, dass bei einem Psychologen-Kongress in Marburg zwei „Homo-Heiler“ Vorträge halten dürfen. Wegen der Meinungsfreiheit.

dirk ludigs schwulDiese Freiheit sieht auch Dirk Ludigs, Nachrichtenchef beim schwulen Timm TV, gefährdet, wenn schwul-lesbische Aktivisten die Professorin am Reden hindern. Seitdem wird er genüsslich von allen christlichen Fundamentalisten zitiert. Damit wird Ludigs wohl leben müssen.

Ok, geben wir Ludigs Recht und erlauben wir Frau Düsing und ihren Freunden weitere Forschung. Ihr Ziel: alle Schwulen, die Probleme mit ihrer Homosexualität haben, sollen sich einer Therapie unterziehen, damit sie danach nicht mehr schwul, sondern glücklich sind. Glückliche Menschen finde ich ja prinzipiell richtig gut. Deshalb wollen Düsing & Friends diese Therapie auch zum Standard erheben.

Was passiert aber mit Schwulen, die nicht „glücklich“ im Sinne von Düsing & Friends werden wollen? Die werden im besten Fall als therapieresistent ignoriert. Dieser beste Fall wird aber vermutlich nicht eintreten. Wäre nicht das erste Mal, das Menschen zu ihrem „Glück“ gezwungen werden.

Außerdem: Warum soll man Schwulen gleiche Rechte geben, wenn sie ohnehin mit einer Therapie nicht mehr schwul sein müssen?

Also: Homophobie ist keine Meinung.

Keine Toleranz der Intoleranz.


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