Dienstag, 13. Oktober 2009

Jörg Haider und das journalistische Ethos der Bild-Zeitung

Die Bild-Zeitung outet den Kellner René N. als Liebhaber von Jörg Haider. Es wird die Bild-Zeitung zwar nicht kümmern, aber in Österreich finden das alle, ob Qualitäts- oder Boulevardmedien, total unnötig. So weit, so schwul. Mir fällt dabei was auf.

Einerseits schreibt Wolfgang Fellner, der Herausgeber der Zeitung „Österreich“:

kellner rene n. schwul"Bei österreichischen Medien ist René N. bekannt. Von ÖSTERREICH bis „News“, von Kärntner Regionalzeitungen bis zu Szeneblättern war bekannt, dass N. angeblich ein Lebensgefährte von Haider war und die Nacht vor seinem Tod mit ihm verbrachte. Trotzdem haben wir und andere Zeitungen diese Information bisher nicht veröffentlicht. Unsere Meinung dazu ist: Die intimen Details zu Haiders Privatleben und zur letzten Nacht ändern nichts am Unfall, und gar nichts an seinem politischen Vermächtnis."

Andererseits darf die Witwe Claudia Haider in der Bunten bisher unwidersprochen verkünden, dass ihr Ehemann nicht homosexuell gewesen sei:

jörg haider schwul claudia haider„Ich bin eine Frau, die mit Herz, Hand und Hirn im Leben steht und schon für Ordnung, für klare Verhältnisse gesorgt hätte. Wäre etwas dran gewesen an den Gerüchten, hätte ich mich scheiden lassen.“

Wieso werde ich das komische Gefühl nicht los, dass die Bild-Zeitung als einziges Medium eine journalistische Sorgfaltspflicht, nämlich der Wahrheit verpflichtet zu sein, ernst genommen hat.

Hab ich diesen Satz jetzt wirklich geschrieben?
Hab ich diesen Satz jetzt wirklich geschrieben?
Hab ich diesen Satz jetzt wirklich geschrieben?
Ich glaub es nicht.


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Kommentare:

Riwalin hat gesagt…

Du hast diesen Satz wirklich geschrieben!

Danny hat gesagt…

Auch ein blindes Huhn findet mal ein Korn ;-)

Rich Rubin hat gesagt…

danke, ich dachte eigentlich zu träumen.

danke auch an danny, für diese nachricht aus dem weltall. :>
was meinst denn damit? liegt im korn die wahrheit?

Danny hat gesagt…

Aus dem Weltall… Naja…

„Auch ein blindes Huhn findet mal ein Korn“, ist ein Sprichwort, dass zum Ausdruck bringt, dass auch Minderbemittelten oder Minderbegabten einmal ein (großer) Wurf gelingen kann, mit dem niemand rechnet. Ich beziehe mich damit auf die Bild.

Rich Rubin hat gesagt…

i can see clearly now, thxie.

elaborant hat gesagt…

nja,... wenn österreichische medien nach seinem tod groß auf "der war schwul" machen würden, würd sich wieder die frage stellen, warum nicht vorher. und das liegt wohl ein bisschen am konsens, dass zwangsoutings nicht so die elegante variante sind.

war ja trotzdem ein mehr oder weniger offenes geheimnis das ganze.

Rich Rubin hat gesagt…

zwangsoutings finde ich auch nicht gut.

ich mag nur nicht, dass ehefrauen groß verkünden, ihr mann sei nicht schwul gewesen, während dieser permanent in der einzigen schwulen-kneipe im ort verkehrt (mindestens :-)

das nenne ich heuchelei. dieser muss widersprochen werden.