Freitag, 10. April 2009

Hai-Attacke auf Koh Hai

Endlich bringe ich meinen Arzt auf der thailändischen Insel Hai dazu, nicht so weit ins Meer hinaus zu schwimmen. Ich hab halt einfach Angst um ihn. So kraulen wir im badewannenwarmen Wasser des Andamanischen Meers den Strand entlang und sehen durch unsere Schwimmbrillen schwarz-gelb gestreifte Fische und stachelbewehrte Seeigel. Alles tropisch relaxed, bis sich plötzlich ein Fisch an unsere Fersen heftet. Breites Maul! Ein Hammerhai! Er schwimmt um unsere Beine, wir werden hektisch und versuchen ihn durch Plantschen zu vertreiben (also genau das Falsche). Keine Chance, er verfolgt uns auf der Flucht landeinwärts.

Ok, er ist nur 30 Zentimeter lang, aber blöd ist die Situation schon. Selbst im hüfthohen Wasser versucht er in die Badeshorts meines Arztes zu gelangen. Leicht panisch laufen wir ans Ufer und zurück in unser Resort. Dort erhalten wir Aufklärung. Der vermeintliche Hammerhai heißt eigentlich Schiffshalter. Dieser Fisch ist zu faul, um selbst zu schwimmen. Er saugt sich mit seinem breiten Maul am liebsten an Schiffsrümpfen, Taucherflaschen oder Schwimmerbeinen fest. Wir bekommen erzählt, dass unser Exemplar ein Baby gewesen sein muss, denn ausgewachsene Schiffshalter werden oft länger als einen Meter lang.

Uffa!


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Kommentare:

Sven hat gesagt…

Unbekannte Gefilde, unbekannte Einwohner und dann verfolgen sie einen auch noch... Da ist ein Herzklappenabriss fast vorprogrammiert. Ich will auch eigentlich gar nicht wissen, was mir beim Baden im heimischen Tümpel potenziell nach dem Leben trachtet oder auf den Wurm spekuliert, der sich als Schiffshalter in meiner Körpermitte ausgibt...

Rich Rubin hat gesagt…

vollkommen richtig. in der ferne ist man auf den trost von fremden angewiesen und sei es nur der trost von fremden tieren. zuhause wähnt man sich da immer in einer scheinbaren sicherheit.

und so beiläufig nebenbei gefragt. der wurm, der sich in deiner körpermitte als schiffshalter ausgibt: ist der noch ein baby?

Sven hat gesagt…

Der ist von komischer Natur. Eher unentschlossen: mal groß, mal klein; mal scheint er zu sagen Da bin ich und dann lässt er sich auch wieder hängen. Ach, was soll man dazu sagen...?