Samstag, 28. März 2009

Die verlorene Sprache der Kräne

verlorene sprache der kräne schwulMein Arzt und ich schauen schwule Filme nach dem Schwimmen kuschelnd am Feierabend-Sofa. Diesmal die Romanverfilmung Lost Language of the Cranes.

Was war ich vom Roman(Amazon Partnerlink) in den 80ern begeistert: Schwuler Sohn plagt sich mit dem Coming-Out gegenüber seinen Eltern. Dabei sollte sich der Papa auch outen, wie wir von seinen heimlichen Besuchen im schwulen Pornokino wissen.

Die fast 20 Jahre alte BBC Verfilmung meint es sehr gut, ist zu Beginn aber ein bisserl langweilig in sehr gewollten Kunstbildern und Beziehungskisten gefangen. Und kann es sein, dass ein Coming-Out vor der Familie heute kein so großes Thema mehr ist? Würde mich wirklich interessieren.

Der Film gewinnt ab dem letzten Drittel dann doch an Fahrt. Vor allem durch die Figur der Mutter (Ehemann schwul, Sohn schwul, was tu ich hier eigentlich?). Sehenswert sind auch die Jeans mit Bundfalten, mindestens bis zum Bauchnabel hochgezogen und die föhnigen Popperwellen der Jungs. Aber was soll's: Auch davon war ich in den 80ern begeistert.

Ich verehrte den Drummer mit dem verheißungsvollen Namen Jez Strode.


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Kommentare:

Topsyturvy hat gesagt…

was es nicht alles gibt....heterofrau lernt scheinbar niemals aus.
wenngleich ich im umgekehrten fall wohl selten auf die idee kommen würde zu sagen "gestern hab ich mir einen hetero-film im fernsehen ansgesehen" (wenn´s doch eigentlich nur ein tatort oder so war).
ist die trennung der filmkategorien hier tatsächlich so klar, wie es gerade scheint?
gibt es also wirklich "schwule filme" für schwules publikum?

Danny hat gesagt…

Ich möchte der Hetera Recht geben.

Geht es im Prinzip – ob nun hetero, bi, schwul oder sonstig sexuell orientiert – nicht immer einfach nur um die Frage vom Glücklich sein oder nicht? Schaffen wir Schwule uns nicht oft unser eigenes Ghetto? Wundern uns dann, dass wir da nicht rauskommen und von der „breiten Masse“ in eben die selbst geschaffene Ecke gestellt werden?

Rich Rubin hat gesagt…

schwule filme behandeln thematisch spaß und leid von schwulen, so würde ich die kategorie definieren. bei "milk" kann ich mich also schneller mit den figuren identifizieren, als bei "pretty woman".

beim spaß deckt es sich vermutlich oft mit der heterosexuellen mehrheit.
bei den problemen sicher seltener. ich denke nicht, dass die geschätzte hetera zuhause meine probleme bekam, als sie ihren eltern den ersten freund vorstellte.

um wieviel lieber hätte ich mit 12 jahren nicht nur "la boum", sondern auch "beautiful thing" im kino gesehen. da hätte ich schon viel eher gelernt, dass im gegensatz zur öffentlichen meinung auch 2 männer miteinander glücklich sein können.

im "ghetto" lässt sich also prima lernen, der "breiten masse" mit selbstbewusstsein gegenüber zu treten, denn schwule sind ohne frage eine abweichung von der heterosexuellen norm. egal ob mit federboa oder ohne.

alle menschen sind nicht gleich. alle menschen müssen nur die gleichen rechte haben.

dantonbln hat gesagt…

Herjeh ... Christopher aka Limahl. Mit dem hatte ich in den 80ern in muc in einem nicht mehr existierenden sehr schwulen etablissement meinen sehr persönlichen celeb clash...der rest ist schweigen*fg*

Rich Rubin hat gesagt…

hey dantonbln, was für eine feine andeutung :>

Topsyturvy hat gesagt…

ich gebe zu, lieber rich rubin, ihre probleme bekam die "hetera" (ebenfalls interessante wortwahl)sicherlich nicht, bei der vorstellung ihres ersten freundes. aber ich bekam welche, soviel ist sicher.....

was ich damit nur sagen wollte, und danny ein stück weit bestätigt hat ist, dass ich immer wieder den eindruck gewinne, dass schwule sich manchmal bewußt und gewollt ihre eigene welt kreieren und ich mir dabei nicht sicher bin, ob es die abgrenzung zwischen schwulen und heteros nicht noch zusätzlich fördert.

zugegeben, meine persönliche identifikation bei dem film "milk" wird sicherlich nicht dieselbe sein wie ihre, aber mal ganz ehrlich,
wirklich intensive identifikation hab ich bei dem film "pretty woman" auch nicht verspürt,
und irgendwie bin ich auch nicht bös drum ;-)

und dennoch kann ich beiden filmen was abgewinnen....interessanterweise milk deutlich mehr als pretty woman.

sollte ich mir jetzt sorgen machen, herrschafen?!?

Tinky Winky hat gesagt…

Meine Lieben!
Die Ghettodiskussion also wieder einmal... Ich sag euch dazu: Ich fühle mich in meinem vorurteilsbesetzten, rosanen Plüschghetto einfach pudelwohl. Es darf jeder rein, egal ob homo, hetero, trans, bi oder sonstwas. Man muss nur die Absperrung aus Perlenketten durchschreiten, und das kann man in beide Richtungen. Rein raus, eben.

Tinky Winky

Rich Rubin hat gesagt…

gut gebrüllt, tinky winky, danke.

und keine herrschaften sollen sich sorgen machen: während die einen schönerweise bei milk herzensbildung erfahren, bilden die anderen dazu noch ihre identität aus.

http://www.youtube.com/watch?v=2KTFoMJi3uE

Die Rheinländerin hat gesagt…

also ich fand den Keyboarder toll. War mein 2tes Konzert mit 16 oder so in Köln-Müheim. Herrlich.