Donnerstag, 12. Februar 2009

Clemens Schick in Windows

clemens_schick_windowsMein Arzt hat Nachtdienst, deshalb gehe ich allein ins Theater. Ich sehe Clemens Schick in Windows, oder: Müssen wir uns Bill Gates als einen glücklichen Menschen vorstellen?

Die Bühne in den Sophiensälen ist ein großer blauer Teppich. Darauf ein Tisch und ein Stuhl. Clemens Schick betritt den Raum. Er trägt eine PornoPiloten-Brille und in der Hand eine Wasserflasche. Ernster Blick ins Publikum. Es ist der TV-bekannte Clemens-Schick-Blick. Wie aufreizend.

In der Bild sagt Clemens Schick: „Eine sehr besondere Erfahrung. 120 Minuten nur ich und mein Mund – das ist beglückend und beängstigend zugleich.“ Das klingt ja noch aufreizender.

Wir sehen einen Mann, der sich vorstellt, Bill Gates zu sein. Er imaginiert sich in dessen mythenumwobene High-Tech-Villa am See, da, wo Technik und Cyber-Space bereits einen USB-Zugang in Bill Gates Körper gefunden haben. Dazwischen ist der Mann auch ein Schauspieler namens Clemens Schick, der diesen Abend in Afghanistan vor deutschen Soldaten aufführt. Und auch einer, der uns davon erzählt.

Was als intellektuelle Stand-up Comedy und Homestory anhebt, steigert sich mehr und mehr in den Furor einer Globalisierungskritik. Alles hängt mit allem zusammen, alles ist mit allem verlinkt. Man weiß nicht so recht: Ist der jetzt verrückt oder hat er Recht. Schauspielerisch sehr sportlich und net unlustig, wie der Österreicher in mir sagt.

clemens schick jedermann salzburgClemens Schick kennen wir sehr ernsthaft: Bond-Bösewicht, Tod im Salzburger Jedermann, grimmiger TV-Detektiv.

Clemens Schick als ernsthafter Komödiant lässt sich fein in „Windows“ kennen lernen.


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