Dienstag, 30. Dezember 2008

Celebrity Clash!

Nichts ahnend schurln mein Arzt und ich durch den weihnachtlichen ersten Bezirk in Wien und kaufen Schokolade, Handseife und Senf. Das Mango Foaming Bath von Body Shop fehlt noch. Wir queren den Stephansplatz und laufen in die Arkaden der Rotenturmstraße. Plötzlich: Celebrity Clash!

Er, ziemlich weißhaarig, geht Arm in Arm mit seiner Frau, beide wirken entspannt ins Gespräch vertieft. Weit und breit kein Personenschutz. Jeder trägt auch Einkaufstaschen, anscheinend waren sie ebenfalls Geschenke kaufen, der Herr Altbundeskanzler Franz Vranitzky und seine Christine.
franz vranitzky schwul


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Montag, 29. Dezember 2008

Montags SMS an Robert

markus-rogan-schwulKW 52: Im Schwimmkurs geht’s mir prächtig. Außerdem: Nur noch bis 13. Jänner arbeiten. Auch tun sich schon neue Jobperspektiven auf. Schau ma mal!

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Sonntag, 21. Dezember 2008

2 Sonntags SMS an Robert

KW 51: Durch die Finanzkrise hab ich überraschend meinen Job verloren und musste mit dem Anwalt reguläre Kündigungsfrist und Urlaubsanspruch einfordern. Ist gar nicht schön. But my doc takes care. Darum kommt trotzdem Weihnachtsfreude auf.

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Sonntag, 14. Dezember 2008

Ballroom Dancing auf der Schlagernacktparty

schwuler_ackerkellerMein Arzt und ich wetten. Er meint, bei der Schlagernacktparty liegt der Fokus auf nackt. Ich halte dagegen und sage, dass die Leute nur wegen Spaß und Schlager den Ackerkeller besuchen. Wir ziehen los.

Wir finden die Hausnummer, öffnen die Eingangstür und: Überraschung! Schon blitzen uns die ersten nackten Männerärsche entgegen. Wir bleiben mit großen Augen wohl ein bisserl zu lang in der Tür stehen, denn der Mann an der Garderobe, selbst nur mit Schuhen und Socken bekleidet, schnauzt charmant: Tür zu, hier wird geheizt.

schwule_schlagernacktpartyWir ziehen uns aus und stopfen alle Kleider in einen blauen Müllsack. Dieser kriegt eine Nummer, die wir auch auf die Schulter geschrieben bekommen. Ab jetzt tragen auch wir nur noch Schuhe und Socken. Deshalb schnell an die Bar: Alkohol muss her!

Drängelt man sich sonst an der Theke, um die Aufmerksamkeit der Barkeeper auf sich zu ziehen, so ist es bei der Schlagernacktparty ein besonders wahrnehmbares Drängeln. Auch Partygäste, die hinter einem auf ihre Bestellung warten, empfindet man auf der Schlagernacktparty um einiges intensiver.

heidi-schwulDann runter zur gut gefüllten Tanzfläche. Man geht durch die Menge und versucht, bei keinem Pimperl anzustoßen, denn es hüpfen alle zu „Heidi, Heidi, deine Welt sind die Ber-her-ge“. Wie überall gibt es auch hier Ausdruckstänzer. Besonders apart lässt einer seinen Prince-Albert im Takt der Musik kreisen. Der Begriff Ballroom Dancing entfaltet so seine volle Bedeutung.

Siegessicher smile ich meinen Arzt an: Siehst, alle tanzen, haben Spaß an der Musik, sind halt nur nackt dabei. Mein Arzt deutet wortlos in eine Richtung. Dort klumpen sich die Tänzer. Ich schau genauer. Das Staccato der Musik wird hier vierhändig in Bewegung umgesetzt. Auch an anderer Stelle kommt es zu Rudelbildung. Überhaupt gilt beim genauen Hinsehen: Vieles schwingt, aber manches hat sich verfestigt und kann nur mehr im Rhythmus wippen. Mit so geöffneten Augen wird der Weg zum Alkoholnachschub zum Spießrutenlauf.

Die Schlagernacktparty macht Spaß, aber die Wette hab ich verloren.


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Sonntags SMS an Robert

KW 50: Nur noch eine Sonntags SMS und dann treffen wir uns beim Baumputz in der Steiermark. Wir freuen uns.

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Freitag, 12. Dezember 2008

Ich hab fertig – Ich und Kaminski

daniel_kehlmann_schwulIm Roman Ich und Kaminski von Daniel Kehlmann plant ein selbstverliebter Autor auf Biegen und Brechen eine Biographie über einen weltbekannten, alten und blinden Maler zu schreiben. Er entführt den Maler sogar und findet sich mit ihm on the road von Süddeutschland bis an die Nordsee und erwartungsgemäß auch auf dem Weg zur Selbsterkenntnis.

Sehr gut geschrieben, oft auch witzig. Kehlmann verwendet wenige Striche, schon sind Personen, Haltungen und Situationen klar. Aber der Protagonist ist halt ein blasierter Vollkoffer. Sein Schicksal berührt mich gar nicht, deshalb kämpfe ich mich Seite um Seite weiter. Aber nur, weil der Roman handwerklich sehr gut geschrieben ist.

scarlett-o-hara-schwulVielleicht ist mir der Roman zu wenig schwul? Obwohl: Kann ein Roman zu wenig schwul sein, wenn die Hauptfigur auf der letzten Seite denkt, morgen sei auch noch ein Tag?

Wir sagen: Eigentlich nicht.


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Mittwoch, 10. Dezember 2008

Celebrity Clash!

Nichts ahnend sitze ich im Foyer der Berliner Sophiensäle und warte auf den Beginn der Vorstellung „Windows“ mit Clemens Schick. Ich bewundere den sorgfältig konservierten heruntergekommenen Eindruck des Raums. Außerdem stelle ich fest, dass der gepflegte Kultur-Homosexuelle in diesen Tagen mehrheitlich Lila mit Grau kombiniert. Also kleidungstechnisch. Plötzlich in der Menge der Wartenden: Celebrity Clash!

Sie ist auffällig groß, trägt einen blauen Steppmantel, der bis zum Boden reicht. Ein Nebenstehender weist ihr einen Weg durch die Menge. Ich denke mir: Muss sie sich vor der Vorstellung noch die Hände waschen?

Sie geht an mir vorbei. Gäbe es in Österreich noch die Monarchie, müsste ich vor ihr einen Hofknicks machen und mit „Guten Abend kaiserliche und königliche Hoheit“ schön grüßen. Schön, dass sich die Zeiten ändern. Plötzlich steht sie unverrichteter Dinge wieder da. Hat sie das Klo nicht gefunden, die Tita von Hardenberg?

tita von hardenberg schwul


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Montag, 8. Dezember 2008

Was mir den Wochenbeginn versüßt

danko handrick schwulIm ARD Morgenmagazin berichtet Schnecki Danko Handrick, wie man Dresdner Weihnachtsstollen herstellt. Sehr sehr sweet. Auch die Stollen. Die Reportage ist Teil von Dankos Wochenserie „Die fünf Sinne - Sehen, Hören, Riechen, Schmecken und Tasten“. Da hätte ich auch ein paar Ideen dazu.


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Sonntag, 7. Dezember 2008

Sonntags SMS an Robert

schwul kuschelnKW 49: Viel Arbeit, böses Wetter, fiese Erkältung, trotzdem wohlgemut. Außerdem begleitet mich der Doc jetzt doch zur Schlagernacktparty. Noch 6 mal Schlafen.

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