Dienstag, 29. April 2008

Celebrity Clash

german_wings_schwulNichts ahnend sitze ich im German Wings Bus von Berlin nach München und weine wegen des Abschieds von meinem Arzt. Als die letzte Träne trocknet, geschieht es in Reihe 10: Celebrity Clash!

Zuerst bewundere ich nur einen anonymen Mittelscheitel, der genau vor mir sitzt. Locker wuschelig, aber sehr gepflegt. Nach der Landung erhebt sich der Mittelscheitel und zieht ein Trenchcoat an. Der ist zu kurz geraten, mehr ein Stutzer. Vielleicht stellt er deshalb den Kragen auf? Ganz schön bochn, denk ich mir. Dann dreht sich der Mittelscheitel um und ich schau in die Augen von Patrick Lindner. Da muss ich gleich wieder weinen.
patrick lindner schwul


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Sonntag, 27. April 2008

Sonntags SMS an Robert

17. Woche: Ein Headhunter ruft mich an. Klasser Job, sehr gut dotiert. Aber in Hamburg. Was soll ich tun? (105 Zeichen)
hamburg_berlin_schwul


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Donnerstag, 24. April 2008

Was mir zwischendurch auffällt

clemens_schick_unschuldig_schwulGrad das anziehendste Gesicht im deutschen Fernsehen: Clemens Schick. Gar nicht unschuldig.


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Mittwoch, 23. April 2008

Ich hab fertig - Aus der Welt

barbara_vine_schwulDiese Autorin kaufe ich ungschauter, wann immer ein Psycho-Thriller von ihr erscheint: Barbara Vine (aka Ruth Rendell). 2001 ist sie in Wien. Ich stehe nervös vor ihr und lasse mir ein Buch signieren. Sie sieht mich zwider an. Unser Dialog - Thank you - You're welcome. Puh, war das aufregend.

Aus der Weltist das Landhaus Lydstep Old Hall in der englischen Provinz der vergangenen 50ern. Die vaterlose Familie nimmt eine junge Krankenpflegerin auf, die sich um den erwachsenen Sohn kümmern muss. Der soll schizophren sein und vegetiert dank Vollhammer-Medikation zwischen seinen drei altjüngferlichen Schwestern und der bösen, alten Mutter. Als ein Hallodri-Maler auftaucht, eine Schwester den Vikar heiraten will und der Sohn seine Pillen nicht mehr bekommt, wird es turbulent. Ein Mensch wird umgebracht.

Das Buch ist lieb, weil man als alter Fan die Tricks kennt, wie Barbara Vine am Ende die Handlung mehrfach überraschend kippen lässt. Aber deshalb auch nicht so spannend. Ich empfehle andere Titel:
Keine Nacht dir zu lang
Es scheint die Sonne noch so schön

2 Sachen noch:

  • Wie immer lässt Barbara Vine auch einen Hauch Homosexualität durch die Handlung wehen.
  • Die böse, alte Mutter lese ich als Barbara Vines Selbstportrait. Das hat sie davon, wenn sie verschreckte Österreicher bei Signierstunden grantig anschaut.


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Montag, 21. April 2008

Gay Propaganda Night

verzaubert_schwulIn Köln 2002 war es so. In München 2007 hab ich es auch erlebt. Jetzt ist es in Berlin 2008 wieder passiert. Wir sitzen in der Gay Propaganda Night des schwulen Filmfestivals Verzaubert. Das heißt in jeder Stadt Beginn um 22.45 Uhr, 11 Kurzfilme, 151 Minuten + Pause. Also spät und lang. Wie in Köln und München höre ich auch in Berlin nach der Pause von meinem Sitznachbarn ein leises Schnarchen. Loser.
verzaubert_schwulMuss mich jedes Mal stark konzentrieren, damit ich nicht die ganze Zeit nur das Schnarchen höre. Meist hilft ein lauteres Husten in des Schnarchers Richtung, er schreckt hoch und schaut wieder interessiert zu. Ich kann weiter dem Film folgen.
Nur um das klar zu stellen: Mein Arzt sitzt auf der anderen Seite, kämpft zwar auch mit der Müdigkeit, aber schläft nicht ein. Er begleitet mich meist aus Liebe.
landleben_schwulMein Favorit unter den Kurzfilmen war „Landleben“. Junger Schweizer Traktor-Reparierer aus Hintertupfingerbergdörfli outet sich bei bester Freundin. Sie stellt ihm ein Stadtpflänzli aus Züri vor. Die Buben passen so gar nicht zusammen. Der Traktor-Reparierer muss aber mit ihm Sex haben, ist ja sonst keiner da. Der Akt war für beide nicht gut, deshalb gibt’s a gscheite Melancholie am nächsten Morgen.
Was nach Melodram klingt, hat jedoch in jeder Szene passenden Humor und trockenen Dialogwitz. Schön ist, dass der Traktor-Reparierer kein Problem mit seiner Homosexualität hat. Er hadert nur, dass er in seinem Hintertupfingerbergdörfli keinen findet, der zu ihm passt. Sein emotionaler Ausbruch beim Holzhacken: Warum muss ich die einzige Schwuchtel hier auf die Berg sein? Und das in Schwiizertüütsch. Sehr sehr lustig.


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Sonntag, 20. April 2008

Sonntags SMS an Robert

goesser_schwul16: Heimweh-Abwehr-Gasthaus ums Eck. Wiener Schnitzerl & Gösser schmecken in Schöneberg. Aber sie spielen den späten Ambros! So groß ist das Heimweh eh nie.

(156 Zeichen)


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Mittwoch, 16. April 2008

Der rote Baron

matthias_schweighöfer_schwulDiesen Dienstag ist kein Kinodienstag. Die freundlichen Kollegen Nikola und Marc treffen sich trotzdem. Das freut uns. Ich bleib daheim, weil ich 2 Absagen auf meine Bewerbungen für Berlin erhielt. Daher gilt es, die laufenden Bewerbungen wieder aufzustocken. Ist gut für das emotionale Gleichgewicht. Vor allem meines Arztes.

Aber trotzdem Kino: Einer meiner freundlichen Kollegen heißt Freiherr von Richthofen. Von ihm weiß ich, dass in Berlin ein "private Viewing" des Films „Der rote Baron“ für Mitglieder der Familie von Richthofen stattfand. Die konnten den Film gar nicht leiden. Das erfundene Pantscherl zwischen Freiherr Manfred Albrecht von Richthofen und der Krankenschwester nehmen die von Richthofens „not amused“ so hin. Aber dass das deutsche Fliegerass des ersten Weltkriegs plötzlich zum Pazifisten mutiert, sorgt familiär für Unmut und treibt auch dessen Ur-Ur-Cousin die Zornesröte ins Gesicht. Mitten in meiner Agentur. Ein preußischer Offizier als Pazifist? Nie und nimmer!

Ist Standesbewusstsein eigentlich genetisch bedingt?


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Montag, 14. April 2008

Nur ein Wort

schwule_zitroneDie bulgarische Zitrone lässt unmißverständlich durchblicken, dass ich um diesen Fragebogen nicht herum komme.

  1. Wo ist Dein Handy: Hörweite
  2. Dein Partner: Berlin
  3. Deine Haare: weg
  4. Deine Mama: steirisch
  5. Dein Papa: dito
  6. Lieblingsgegenstand: Flugzeug
  7. Dein Traum von letzter Nacht: Joyce
  8. Dein Lieblingsgetränk: Tee
  9. Dein Traumauto: Horch
  10. Der Raum in dem Du dich befindest: voll
  11. Dein Ex: Freund
  12. Deine Angst: vergeht
  13. Was möchtest Du in 10 Jahren sein: gelassen
  14. Mit wem verbrachtest Du den gestrigen Abend: Flugbegleiter
  15. Was bist Du nicht: kitzlig
  16. Das letzte was Du getan hast: beworben
  17. Was trägst Du: Cord
  18. Dein Lieblingsbuch: Thriller
  19. Das letzte was Du gegessen hast: Schokolade
  20. Dein Leben: robust
  21. Deine Stimmung: aufgeräumt
  22. Deine Freunde: passen
  23. Woran denkst Du gerade: Sex
  24. Was machst Du gerade: tippen
  25. Dein Sommer: cool
  26. Was läuft in Deinem TV: Frühstücksfernsehen
  27. Wann hast Du das letzte Mal gelacht: eben
  28. Das letzte Mal geweint: Q1
  29. Schule: hm
  30. Was hörst Du gerade: Wind
  31. Liebste Wochenendbeschäftigung: Arztbesuch
  32. Traumjob: schlendern
  33. Dein Computer: Dose
  34. Außerhalb Deines Fensters: Westend
  35. Bier: Hirter
  36. Mexikanisches Essen: schmeckt
  37. Winter: cool
  38. Religion: Gretchenfrage
  39. Urlaub: Wien
  40. Auf Deinem Bett: Streifenmuster
  41. Liebe: gern
Ich bin erster, Kimchi!
schwules_chili


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Sonntag, 13. April 2008

Sonntags SMS an Robert

15. Woche: Pax, Billy, Forsby und Karlstadt stehen schon. Ich zick herum, während mein Arzt stoisch montiert und sagt: Alles wird gut! Ich liebe ihn.

(150 Zeichen)


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Freitag, 11. April 2008

Ist es nicht herrlich, schwul zu sein?

Ich ziehe mich im Fitnessstudio Elixia West nach dem Duschen grad wieder an, da kommt er in die Umkleide. Ich kenne ihn in seiner knielangen roten Turnhose vom Sehen. Zwischen den vielen Solarorangen leuchtet seine Haut blass sexy. Sein Spind liegt direkt neben meinem. Unter dem Schopf dunkler Haare schauen aus dem Gesicht des jungen Belmondo bemerkenswerte Augen: ihre Farbe ist mehr grau als blau. Ich sitze, er steht vor mir und zieht die rote Turnhose aus, darunter lange weiße Shorts. Sehr züchtig. Die Shorts fallen, er ist nackt. Er ist nicht dünn, aber weit davon entfernt eine Muscle Mary zu sein. Ich sehe seine Rückseite in Cinemascope. Ein Männerarsch. Er dreht sich um, ich betrachte ihn von vorne. Aus nächster Nähe in Augenhöhe. Hawideri. Er dreht sich wieder um und bückt sich nach seinen Socken. Jetzt muss ich die Augen schließen. It's only Porn!

Ja, es ist herrlich, schwul zu sein, denn heterosexuelle Männer erleben so etwas selten. Zumindest nicht kostenlos, sagt mein Arzt.


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Donnerstag, 10. April 2008

Pension Rubin

soelden_schwulMich führt eine Pressereise ins tirolerische Sölden, ich schreibe über das 9. Gay Snowhappening. Mein Mietauto ist ein leicht protziges Upgrade und so fahre ich die Strecke von München ins Ötztal schneller, als mein Arzt es üblicherweise erlaubt.

Das letzte Mal auf dieser Straße unterwegs, war ich 12 Jahre alt und mit meiner Familie auf dem Weg in den Skiurlaub. Ich verging vor Sehnsucht, weil ich in meinen Schulkollegen Robert Grabner verliebt war. Eine ganze Woche Ferien ohne ihn. Das wollte mir fast das Herz zerreißen.
Eine ältere Cousine war auch im Auto und sie spielte einen damals aktuellen Hit auf Powerplay. Ich hatte keine Ahnung, von was dieses Lied handelte, aber es wurde zum Soundtrack meiner Sehnsucht.



Hör ich es heute, sehe ich noch immer nicht die traurige Lucy Jordan am Dach ihres Hauses, sondern das heimliche Händchen halten mit Robert Grabner im Physiksaal unserer Schule.

rubin_schwulNostalgisch verbringe ich die Tage in Sölden und wedle schwul mit vielen Schwuppen den Gletscher runter. Mich in der Sportpension Rubin einzuquartieren, ist vom Veranstalter Ötztal Tourismus ungemein aufmerksam, finde ich.


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Mittwoch, 9. April 2008

Frauen ohne Nervenzusammenbruch

caramel_schwulDienstag ist Kinodienstag. Die freundlichen Kollegen Nikola und Marc haben woanders ein Schäferstündchen. Neu in der Neigungsgruppe Kinodienstag: die Frau der chinesischen Ärztin. Herzlich willkommen. Wir sehen Caramel von und mit der bildschönen Nadine Labaki.

Frauen in und um einen Frisur- und Kosmetiksalon in Beirut. Ihre Methode lästige Haare zu entfernen ist ebenso appetitlich wie brutal. Sie karamellisieren Zucker, ziehen den Sirup durch den Mund, wickeln ihn geschickt um die Finger, tragen ihn auf die betreffende Hautpartie auf und reißen kräftig an. Autsch.

caramel_schwulAuch das Leben kann weh tun. Christin Layale hat ein Verhältnis mit einem verheirateten Mann. Muslimin Nisrin hat Angst vor der Hochzeit, weil sie nicht mehr Jungfrau ist. Rima ist eine don't ask don't tell Lesbe und in eine Kundin verliebt (wie sie ihr die Haare wäscht, lässt meine Glatze kribbeln). Jamale kämpft mit offensichtlichen Tricks gegen ihre Wechseljahre und die ältere Rose will nicht nur für Ihre demente Schwester da sein.

Am Ende fügen sich die Frauen in ihr Schicksal, was zwar auf leicht-romantische Weise geschieht, aber dann doch befremdet. Zumindest haben sie ihre Ansprüche einmal angemeldet. Der Film ist leicht almodovaresk. Frauen ohne Nervenzusammenbruch.


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Dienstag, 8. April 2008

Was mich überrascht

anita_hergerland_schwulWie sich manches so ergibt im Weltenlauf, wie sich an unterschiedlichen Enden plötzlich Verbindungen ergeben. Die kleine Norwegerin Anita Hegerland war als Erwachsene mit Mike Oldfield liiert und hat mit ihm zwei Kinder.



Wer ist Anita Hegerland?



Händchen haltend mit Roy Black auf so einem großen Eisbärfell sitzen und in die Welt hinaus trällern? Muss ganz nett gewesen sein.


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Sonntag, 6. April 2008

Sonntags SMS an Robert

14. Woche: Wir fetzn grad, was die Modalitäten des Umzugs betrifft. Das Telefonat gestern beendete ich jäh. Welcher Sturschädel ruft als erster wieder an?

(154 Zeichen)


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Samstag, 5. April 2008

Che bello!

luca_toni_schwul
Das Magazin der Süddeutschen hat den feschen Luca Toni des heimlichen Gebrauchs kunsthistorischen Gestenvokabulars überführt. Mitten am Fußballplatz. Großartig.

luca_toni_schwul
Mehr vom Hübschen. Noch mehr vom Hübschen.


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Mittwoch, 2. April 2008

Die schwarzen Slips

schwule_schwarze_slipsDienstag ist Kinodienstag. Mit meinen freundlichen Kollegen Nikola und Marc. Introducing: die Frau Lucky. Wir sehen 8 Blickwinkel mit Dennis Quaid, Forrest Whitaker, William Hurt und Sigourney Weaver.

Auf den amerikanischen Präsidenten wird im spanischen Salamanca ein Attentat verübt. Das Ereignis wird nacheinander aus 8 Blickwinkeln gezeigt: Fernsehteam, Secret Service, spanischer Polizist, Attentäter, amerikanischer Tourist, Attentäterin, Präsident sowie Drahtzieher hinter den Attentätern. Wir sehen immer wieder die gleiche halbe Stunde. Aber wir dürfen unseren Augen nicht trauen, denn nichts ist so wie es scheint. Das wird durch die ständige Wiederholung des Attentats richtig fad. Auch weil dem Zuschauer so offensichtlich wichtige Details vorenthalten werden, mit denen er das Geheimnis selbst lüften könnte. Suspense als bloße Effekthascherei. Und ist das Geheimnis erst gelüftet, ist es so, als wäre es besser keines gewesen. Nicht anschauen.

Warum spielt unser Liebling Sigourney Weaver mit? Hat 3 Zeilen Text und trägt zum eh müden Plot Nüsse bei.

Exkurs

dennis_quaid_schwulAls ich Dennis Quaid zum ersten Mal auf der Leinwand sah, legte ich ein Gelübde ab: mit seinem Sex Appeal will ich alt werden. Das war 1987 in The Big Easy, wo er sich schnell einen schwarzen Slip anziehen muss. Danach kam 1990 Postcards from the Edge, in dem Quaid im schwarzem Slip grad richtig auf dem Bett von Meryl Streep herum lümmelte. Oh, ich bin sehr einfach gestrickt und halte ihm die Stange, komme, was wolle.


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