Freitag, 29. Februar 2008

27 Dresses

27_dresses_schwulDienstag ist Kinodienstag. Mit meiner freundlichen Kollegin Nikola. Marc will einen Habara treffen. Wir sehen 27 Dresses mit Katherine Heigl, James Marsden und Ed Burns. Neben mir ist nur ein weiterer Mann im Kinosaal.

Diese Screwball Comedy ist synthetisch. Stets schimmert das Reißbrett der Drehbuchautoren bei der Handlung durch. Aber es lässt sich bei manchen Dialogen schön schmachten. Und ich erfreue mich auch an oberflächlicheren Dingen.

Denn James Marsden ist eine süße Boypussy ein attraktiver Schauspieler. Lächelt er, geht die Sonne auf. Der Mann lässt sich anschauen.

Als Izzy bei Grey's Anatomy mag ich Katherine Heigl ja gar nicht: grimassieren bis der Arzt kommt. In 27 Dresses dosiert sie jedoch besonnen und ist sehr sehr schön. Die Frau empfiehlt sich für anspruchsvollere Filme.

Aber Ed Burns! Nicht nur dieses Gesicht, auch noch eine solche Stimme. Marlon Brando als Pate inklusive sexy: Heiser und hoch. I get all juicy in the looms.


Share/Bookmark

Donnerstag, 28. Februar 2008

Celebrity Clash

daniel_fehlow_schwulNichts ahnend suchen Helder, mein Arzt und ich unsere Jazzica in der Nähe vom Hackeschen Markt. Helder grüßt schon zum zweiten Mal einen Passanten. Man kann sich also auch in Berlin nicht so richtig aus dem Weg gehen. Es geschieht bei einem geparkten Ford Capri: Celebrity Clash!

Er läuft mit Freunden am Ford vorbei, kommt aber als einziger zurück, um einen Strafzettel hinter dem Scheibenwischer mit Schadenfreude zu begutachten. Als seine Freunde nach ihm rufen, läuft er weiter, der Fehlow Daniel.

Österreicher müssen erst lernen, dass das w stumm ist.


Share/Bookmark

Dienstag, 26. Februar 2008

Leuchtende Mandelzäpfchen

radialsystem_schwulGlamourDick empfiehlt es. Mein Arzt und ich sind dort. Wir sehen im Radialsystem V die Choreographie Ars Melancholiae von Juan Kruz Diaz de Garaio Esnaola im Rahmen der Programmreihe *Choreographen der Zukunft* präsentiert von Sasha Waltz & Guests. Das, was Tänzer auf der Bühne nicht an Worten benötigen, brauchen sie zur Ankündigung des Programms.

ars_melancholiae_schwulIch kann ja kein Tanztheater. Ich sehe dabei immer gut trainierte Menschen, die sonderbare Dinge vorführen. Im besten Fall tun sie die Dinge aber so, als könnten sie gar nichts anderes tun. Stellt sich diese Logik ein, finde ich das klass. Bei Ars Melancholiae ist das der Fall.

Wir sehen, wie es sich in den Mund eines anderen Menschen hinein schreien lässt bis die Mandelzäpfchen leuchten. Außerdem wie man sich auf den Kopf eines anderen Menschen setzt, der dann mit einem herum geht. Und wie die Geister von 30 toten Kanarienvögeln im Dekolleté von Frau Frost mit den Schnäbeln klappern.

delos_schwulDer Abend ruft mir die Touristenführerin Frau Inge auf der griechischen Insel Delos in Erinnerung. Sie erzählte meinem Arzt und mir von der sanften Melancholie als Lebensideal der alten Griechen. Die Annahme: Jedes extreme Hoch zieht unweigerlich ein ebensolches Tief nach sich. Erstrebenswert ist daher die Ausgeglichenheit. Sanfte Melancholie. Auch eine Kunst.


Share/Bookmark

Montag, 25. Februar 2008

Celebrity Clash

Zoudé_Dennenesch_schwulNichts ahnend laufe ich den Kurfürstendamm rauf. Allein, weil mein Arzt grad heftig auf Emergency Room macht. Peep, peep, sorry Herzbinkerl, ich muss operieren gehen, vergnüg dich ein bisserl allein. Es passiert auf Höhe Wielandstraße: Celebrity Clash! Mein erster weiblicher Celebrity Clash!

Sie sitzt in einem weißen Mini in zweiter Spur und wartet. Ich bin nicht sicher, dreh mich nach ihr um. Sie schaut mich deshalb zwider an, die Zoudé Dennenesch.

Mein Arzt sagt: Mit der Kategorie Celebritys, die du immer clashst, könntest du die nächsten Promi-Dinner und Dschungelcamps locker casten. Danke, mein lieber Arzt.


Share/Bookmark

Sonntag, 24. Februar 2008

Sonntags SMS an Robert

banane_kirsch_saft_schwul8.Woche: Wir wohnen in Berlin noch bei freundlichen Diakonissen, schwimmen wie Fischerl im Elixia-Pool Wilmersdorf & trinken in Mitte die 1. Kiba unseres Lebens.

(160 Zeichen)


Share/Bookmark

Freitag, 22. Februar 2008

Nix Neues im Kirschgarten

kirschgarten_schwulMein Arzt und ich sehen an der Schaubühne den Kirschgarten, inszeniert von Falk Richter.
Wir sehen ganz viel Flokati, am Fest spielt laute Musik und die Brandmauer ist ein Spiegel, in dem sich die Zuschauer selbst betrachten. Also nix Neues seit den 90er Jahren.

lopachin_ranjewskaja_schwulDie Textfassung ist aber unaufgesetzt modern, das Ensemble rutscht virtuos an der Karikatur-Grenze entlang. Deshalb ist der Abend unterhaltsam. Und viele Miniaturen sehr schön. Aber es fehlt was.

Weder der Lebenstil der Ranjéwskaja, noch das Weltbild von Lopachin kommen mir näher. Ich kann mich nicht identifizieren. Der Konflikt lässt mich kalt. Und das an der Schaubühne, dem Theaterolymp meiner Kindheit. Hm, ich beginne am Theater zu zweifeln. Wohin soll ich mich wenden?

tinky_winky_schwulTinky Winky vom schwulsten Mobilfunker Österreichs spendet Trost. Er empfiehlt SHE SHE POP:

"Sie haben mich im Bühnenrund auf den Boden gelegt, unter eine geblümte Wachstischdecke.
Und dann kam die geile Amöbe Mao Mischlote auf mich. Das meine ich wörtlich. Eine der Performerinnen war als Amöbe verkleidet und hatte viele wassergefüllte Kondome umgebunden. Das am Genital angebrachte rieb sie solange über mir stehend, bis es sich auf mich ergoss. Das war schön."
Danke für diese Geschichte, Tinky Winkie. Klingt net uninteressant. Mal schauen. Aber ob ich meinen Arzt dazu überrede?


Share/Bookmark

Donnerstag, 21. Februar 2008

Superhero Superlover

batman_schwulCaliban tut es. Ich tu es auch: das besondere Dating Game. Einfach ein paar Fragen ausfüllen und schon erfährst du, welcher Superhero der ideale Partner für ein erfolgreiches Rande wäre.






Zwischen mir und Batman funkt es. Natürlich nur, wenn ich nicht meinen Superdoc hätte. Bei wem funkt es bei dir?
schwule_superheroes


Share/Bookmark

Mittwoch, 20. Februar 2008

Brutale Bohrungen

daniel_day_lewis_schwulDienstag ist Kinodienstag. Mit meinem freundlichen Kollegen Marc. Nikola ist busy. Wir sehen There will be blood. Mit Daniel Day Lewis und Paul Dano.

paul_dano_schwulAufstieg und Fall eines Ölmagnaten, erzählt in extremen Long Shots und dann wieder in ganzen Szenen nur als Close Ups. Ölverschmierte Menschenkörper in leeren Landschaften. Raffgierige Materialität kollidiert mit scheinheiliger Spiritualität. Daniel Day Lewis bohrt brutal. Paul Dano als Prediger grinst sich gruselig bis zum Ende. Der Film wirkt freudlos frauenlos.

Oft schließe ich die Augen bei grauslichen Szenen: Es ist allegorisch gemeint, es ist alles nur allegorisch gemeint! Aber ist der Film wirklich eine Parabel über dreckigen Kapitalismus und ewige Gier, die letztendlich ins Nichts greift? Nein, diese Interpretation greift zu kurz. Der Film ist ein Kunstwerk. So als gesamtes.
daniel_day_lewis_schwul


Share/Bookmark

Dienstag, 19. Februar 2008

Was mich weiter gehen lässt

schwules_OBerlin Tegel. Junger Mann in Trainingshose tippt in sein Handy und fragt mich: Du, schreibt man Telefon mit O?

Ich check kurz, ob er mich papierlt. Eher nicht. Deshalb sag ich: ja. Er bedankt sich.

Gleich drauf die nächste Frage: Aber schon mit rundem O, oder? Weil er noch immer nicht nach „ich mach mir eine Hetz mit dir“ aussieht, sag ich wieder ja und geh weiter.


Share/Bookmark

Sonntag, 17. Februar 2008

Sonntags SMS an Robert

schwule_sahne7. Woche: Ringen um sprachliche Identität. Hab mich in einer 'Kneipe' verabredet, aber als Ausgleich in einer Präsentation vor Kunden 'Schlagobers' gesagt.

(155 Zeichen)


Share/Bookmark

Freitag, 15. Februar 2008

Charlie Wilson’s War

schwule_julia_robertsDienstag ist Kinodienstag. Mit meinem freundlichen Kollegen Marc. Nikola ist indisponiert. Wir sehen Charlie Wilson’s War. Mit Tom Hanks, Julia Roberts und Philip Seymour Hoffman.

Vermutlich ist es ein guter Film. Vermutlich? Wir haben kaum eine Dialogzeile verstanden, weil wir diesen texanischen Akzent nicht geknackt kriegen. Nur als Julia Roberts als schwerreiche Kommunistenhasserin im Vorbeigehen 3 Mädels mit einem gut platzierten „Sluts“ disst, wusste ich gleich Bescheid.

Spiegel online schreibt auch noch: Jeder Satz eine Pointe! Vielleicht sehen wir uns den Film noch einmal an. Dann mit Untertiteln.


Share/Bookmark

Mittwoch, 13. Februar 2008

Wo ist das Westend heute?

schwules_westendZwischen Wecker und Weckerl.


Share/Bookmark

Sonntag, 10. Februar 2008

Sonntags SMS an Robert

schwules_Auto
6. Woche: Live aus Berlin. Wir schurln die Chauseen entlang und streiten über Stadtteile. Wo wollen wir wohnen?

(111 Zeichen)


Share/Bookmark

Freitag, 8. Februar 2008

Das Monster und der unwürdige Greis

schwules_monsterDienstag war nicht Kinodienstag, sondern Montag war Kinodienstag. Mit meinem freundlichen Kollegen Marc. Nikola wollte nicht. Samstag war dazwischen auch Kino. Die Zeit ist aus den Fugen.

Wir sehen Cloverfield. Lineares Monstermovie, das Spaß macht. Monster taucht auf, Monster macht alles kaputt. In Erinnerung bleibt dieses süße C-Movie aber wegen der Werbekampagne. Die war klass.

schwule_eheKino dazwischen war mit Olaf und Jakub. Wir sehen Leergut aus Tschechien, der als Best-Ager-Komödie gilt. Alter Lehrer mag nicht in Rente gehen, sondern hängt in der Leergutannahme eines Supermarktes seinen erotischen Phantasien nach. Und will sie auch ausleben. Fein komödiantisch und sanft melancholisch gespielt.

1 Learning

Ich hoffe nicht mehr, irgendwann ein abgeklärter würdiger Greis zu werden, denn die Geilheit hört anscheinend nie auf.


Share/Bookmark

Donnerstag, 7. Februar 2008

Rauchverbot in Bayern 2

schwules_rauchverbotIn Bayern gilt das strengste Rauchverbot Deutschlands. Man darf nur mehr auf der Straße Nikotin inhalieren, sieht man von drei kleinen Ausnahmen ab.

Jetzt ist zwar alles gesund, aber die Duftproblematik wird virulent. Fällt der Geruch des Nikotins in den Clubs weg, kommen andere, bisher überdeckte zu Geltung. Das sind im besten Fall verschwitzte Tänzer. Ein Kollege spitzt zu: Pupst jemand, dann riecht man es.
Mein freundlicher Kollege Holger und ich wollen den Gerüch(t)en nicht glauben und machen am Faschingdienstag die Probe aufs Exempel. Eine Forschungsreise durchs heterosexuelle München. Unser verblüffendes Ergebnis: mit ausreichend Alkohol lässt sich jeder unangenehme Duft schön trinken.

Also, füllt einfach Fusel in eure Febrezeflascherl.


Share/Bookmark

Sonntag, 3. Februar 2008

Lesen am Sonntag

lesen_knabe_schwulHab was bei Clamix, dann auch bei Quicke und Herrn Spontanvegetation gelesen. Und ich mach mit.

  • Ich nehme das nächste Buch mit mindestens 123 Seiten...
  • ... schlage Seite 123 auf...
  • ... suche den fünften Satz auf der Seite...
  • ... poste die nächsten drei Sätze...
  • ... werfe an fünf Blogger weiter.
Meine drei Sätze:

Als ich hochschaute, stand ein Student in der Tür und sah mich verlegen an. Auf den ersten Blick hatte er nichts Ungewöhnliches an sich: groß, gut aussehend auf eine unspezifische Art, ein schmales kantiges Gesicht, dickes, rötlich-braunes Haar, Rucksack. Er trug Jeans und einen antiken, olivgrünen Armani-Sweater (antik, weil ich so einen Pullover auch gehabt hatte, als ich Student war).
So harmlos klopft das Grauen an die Tür im Lunar Park.

Wie aber geht weiter werfen?


Share/Bookmark

Sonntags SMS an Robert

schwuler_toast_hawaii_liebeskummer5. Woche: Zeitreisen! Der Toast Hawaii ist wieder da, die Gschrerpen dazu waren nie weg + ab nächster Woche nehm ich Freitags stets den Lufthansabus nach B.

(156 Zeichen)


Share/Bookmark