Sonntag, 14. Dezember 2008

Ballroom Dancing auf der Schlagernacktparty

schwuler_ackerkellerMein Arzt und ich wetten. Er meint, bei der Schlagernacktparty liegt der Fokus auf nackt. Ich halte dagegen und sage, dass die Leute nur wegen Spaß und Schlager den Ackerkeller besuchen. Wir ziehen los.

Wir finden die Hausnummer, öffnen die Eingangstür und: Überraschung! Schon blitzen uns die ersten nackten Männerärsche entgegen. Wir bleiben mit großen Augen wohl ein bisserl zu lang in der Tür stehen, denn der Mann an der Garderobe, selbst nur mit Schuhen und Socken bekleidet, schnauzt charmant: Tür zu, hier wird geheizt.

schwule_schlagernacktpartyWir ziehen uns aus und stopfen alle Kleider in einen blauen Müllsack. Dieser kriegt eine Nummer, die wir auch auf die Schulter geschrieben bekommen. Ab jetzt tragen auch wir nur noch Schuhe und Socken. Deshalb schnell an die Bar: Alkohol muss her!

Drängelt man sich sonst an der Theke, um die Aufmerksamkeit der Barkeeper auf sich zu ziehen, so ist es bei der Schlagernacktparty ein besonders wahrnehmbares Drängeln. Auch Partygäste, die hinter einem auf ihre Bestellung warten, empfindet man auf der Schlagernacktparty um einiges intensiver.

heidi-schwulDann runter zur gut gefüllten Tanzfläche. Man geht durch die Menge und versucht, bei keinem Pimperl anzustoßen, denn es hüpfen alle zu „Heidi, Heidi, deine Welt sind die Ber-her-ge“. Wie überall gibt es auch hier Ausdruckstänzer. Besonders apart lässt einer seinen Prince-Albert im Takt der Musik kreisen. Der Begriff Ballroom Dancing entfaltet so seine volle Bedeutung.

Siegessicher smile ich meinen Arzt an: Siehst, alle tanzen, haben Spaß an der Musik, sind halt nur nackt dabei. Mein Arzt deutet wortlos in eine Richtung. Dort klumpen sich die Tänzer. Ich schau genauer. Das Staccato der Musik wird hier vierhändig in Bewegung umgesetzt. Auch an anderer Stelle kommt es zu Rudelbildung. Überhaupt gilt beim genauen Hinsehen: Vieles schwingt, aber manches hat sich verfestigt und kann nur mehr im Rhythmus wippen. Mit so geöffneten Augen wird der Weg zum Alkoholnachschub zum Spießrutenlauf.

Die Schlagernacktparty macht Spaß, aber die Wette hab ich verloren.


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Kommentare:

David Riedmiller hat gesagt…

Welche Nummer ist Rich? ich tippe 125 ;-)

Anonym hat gesagt…

OMG OMG OMG OMG OMG!!!!! Sweety.... pictures?? jijiji

Anonym hat gesagt…

live videos, bitte !!

Rich Rubin hat gesagt…

hi david, mein arzt hat sich erst nach mir hineingetraut. ich bin 124. :>

hello anonym-sweetys, jetzt mal hand aufs herz: wo hätte ich denn die kamera verstecken sollen?

Kattus hat gesagt…

klingt gut. werd ähnliches für heteros mal in linz vorschlagen. und dann wohl umziehen müssen.
weil mich die konservativen mostschädln dafür steinigen werden wollen. :-)

Queergedacht.de hat gesagt…

Ich vermute mal, dass deine Meinung über die Party nur ein Vorwand war.
Um was habt ihr denn eigentlich gewettet?

Rich Rubin hat gesagt…

servus kattus, dann wäre das doch eine gute kehr-aus-idee.

moin moin queergedacht, falsch vermutet. ich bin naiver als landläufig angenommen wird. wetteinsatz war banales aus der haushaltsführung und muss deshalb hier gar nicht erwähnt werden. :>

Die Rheinländerin hat gesagt…

Dit iss Ballin, wa! Wirklich unglaublich, und sag, waren auch Damen anwesend? So etwas tun doch eher nur Jungs. Mädels sind zu gschamig oder irritiert vom rythmischen treiben der jungs.

RayMan hat gesagt…

Ich hätte da ja gern noch nen ausführlicheren Bericht. :-)

Rich Rubin hat gesagt…

ja, es war eine frau da. read it from my lips: E-I-N-E. Die war sehr hübsch und tanzte mit einem ebenso attraktiven Mann den gesamten Abend durch.