Mittwoch, 8. Oktober 2008

Ich hab fertig – Das bin doch ich

thomas glavinicDer Schriftsteller Thomas Glavinic schreibt in seinem Roman "Das bin doch ich", wie sich ein Schriftsteller namens Thomas Glavinic die Zeit zwischen zwei Romanen vertreibt. Er trinkt viel, geht essen, lässt die Reifen seines Autos wechseln. Klingt fad, ist es aber nicht.

Erstens, weil Glavinic so wie ich aus Graz kommt. Er beschreibt die Stadt im Roman genau so traurig lustig, wie ich sie in Erinnerung habe.

Zweitens, weil Glavinic, so wie ich früher, in Wien lebt und er die Stadt so beschreibt, dass ich manchmal ein bisserl Heimweh habe. Oft aber nicht.

Drittens, weil Glavinic reale Personen des Wiener Kulturlebens fiktiv so böse beschreibt, dass es der Wahrheit schon wieder seeeehr nahe kommt. Vergnügungssteigernd wirkt, dass ich mit ein paar schon persönlich das Vergnügen hatte.

Viertens, weil der fiktive Glavinic aus Angst, er könne Krebs haben, zwei Jahre versucht, seine Hoden beim Duschen nicht anzuschauen.

Fünftens, weil der fiktive Glavinic sich häufig mit neurotisch-hypochondrischen Tendenzen in slapsticky Situationen bringt. Sehr übel ist die Attacke eines Stinkkäfers vor einer Lesung oder auch die Magen-Darm-Grippe während einer Zugfahrt.

Sechstens, weil der fiktive Glavinic seinen Freund und Bestsellerautor Daniel Kehlmann als Ecstasy-User outet. Den fiktiven natürlich.

donald duck schwulSiebtens, weil der fiktive Glavinic ein Donald Duck ist.


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