Mittwoch, 24. September 2008

Gomorrah

Sonntag Nachmittag ist Kinodienstag. Da trau ich mir ein Bad-Feel-Movie zu. Mit mutig sind der Sohn des Diakons und Rayman.
Gomorrha-schwulEin Bub nach dem anderen wird aus der Reihe geholt und in den dunklen Teil der verlassenen Lagerhalle geführt. Er bekommt eine kugelsichere Weste angezogen. Ein Mann zielt mit einer Pistole auf ihn und drückt ab. Den Buben wirft es mit schreckensgeweiteten Augen in den Staub. Damit hat der Bub aber seine Initiation für die Mafiaorganisation Camorra bestanden. Daheim befingert er das Hämatom stolz wie einen Orden.

Es herrscht Krieg im Süden Italiens. Kriege rekrutieren auch Kindersoldaten. Es gibt kein Entkommen im Film Gomorrah.

gomorrah-schwulDoch diese Sozial-Misere wartet an überraschenden Stellen mit poetischen Bildern auf. Die unfassbaren Geschehnisse werden durch diese Stilisierung erleichtert. Zum Beispiel wenn die Buben eine Armada von LKWs ballettgleich lenken, um für die Mafia kostengünstig Giftmüll in einem ehemaligen Steinbruch zu entsorgen.

Es gibt auch ein homoerotisches Buffo-Paar, das einen rührt. Wie Bonnie und Clyde finden sie aber erwartungsgemäß ein trauriges Ende.

gomorrah-schwulNur ein Einziger geht weg und sagt: So nicht. Ich bin anders. Diese Sequenz dauert so kurz, dass man sie fast geträumt haben mag, während dieses langen Films.


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Kommentare:

Sole hat gesagt…

"So nicht. Ich bin anders." - das sagt Roberto im Film. So heißt auch der Autor des Romans: Roberto Saviano. Vielleicht ein autobiographischer Moment?

Rich Rubin hat gesagt…

auf alle fälle ein hoffnungsschimmer.