Samstag, 20. Oktober 2007

Ich habe eine Wassermelone getragen

Manchmal unterscheidet das kollektive Unbewusste nach Geschlecht, Alter oder sexueller Orientierung.

Starten wir den Feldversuch. Was verbinden Sie mit dem Satz „Ich habe eine Wassermelone getragen“? Männer sind ratlos. Aber in 8 von 10 Fällen ordnen Frauen in den 20ern den Satz korrekt zu. Zwei können zwar nichts damit anfangen, erklären aber instinktiv, dass sie Patrick Swayze hassen.

Nächster Versuch. „Fasten your seat belts, it's going to be a bumpy night!“ Heteros bleiben stumm. 90 % der urban-sozialisierten Homosexuellen, die nicht mit iPod-verstöpselten Ohren auf die Welt kamen, geben zwar auch keine Antwort, werfen sich aber in Positur, wiederholen den Satz und ordern danach mit tiefer Stimme einen Martini dry . Die restlichen 10 % können diesen Impuls gerade noch so unterdrücken, weil sie zur Zeit eine mühevolle „straight acting“-Phase durchleben.

Meinen Arzt lässt sowohl das Zitat aus „Dirty Dancing“, als auch das aus „All about Eve“ kalt. Ich muss aber nur erwähnen: "Bambis Mutter schläft nur!" Dann beginnt er sofort zu weinen.


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Montag, 8. Oktober 2007

Kristallkugel

Auf standard.at gab es einen coolen Chat mit Helmut Graupner (der ohne blaue Haare) über die Gleichstellung von homosexuellen Partnerschaften in Österreich. Da tut sich endlich was.

Der User mans zelmerlöw fragte: In welchem Jahr hat Österreich die vollständige Gleichstellung?

Graupner antwortete: Dazu bräuchte ich eine Kristallkugel. Vielleicht nur so viel: von der Aufhebung der Todesstrafe für Homosexualität bis zur Aufhebung des Totalverbots dauerte es 184 Jahre. Von der Aufhebung des Totalverbots bis zur Beseitigung des letzten Antihomosexuellen Sonderstrafgesetztes 31 Jahre. Von der Beendigung der strafrechtlichen Diskriminierung bis zur Schaffung eines Schutzes von Homosexuellen gegen Diskriminierung nur mehr 2 Jahre. Sollte nächstes Jahr tatsächlich die eingetragene Partnerschaft eingeführt werden, dann hat es hiefür auch nur weiter 4 Jahre gebraucht. Wir dürfen also durchaus berechtigt hoffen, dass wir die vollständige Gleichstellung noch erleben werden.

Das stimmt mich hoffnungsfroh. Wer ist aber der mit den blauen Haaren?


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Sonntag, 7. Oktober 2007

Highway 1

Wale sehen wir keine am Weg von San Francisco nach Los Angeles . Aber einige Seeotter. Die liegen im Treibholz entspannt am Rücken und lassen sich von den Wellen schaukeln. Viele Surfer sehen wir. In Santa Cruz, San Simeon und Santa Barbara. Überall gilt: schön in der Reihe auf die Welle warten. Der erste Surfer auf der Welle darf sie dann auch reiten.

Im Aquarium von Monterey lerne ich, warum Fische in Schwärmen schwimmen. Nicht der Gedanke, der Hai wird schon den anderen Fisch im Schwarm schnappen, treibt sie zusammen. Schwimmt der Hai einfach mit offenem Maul durch den Schwarm, erwischt er keinen. Er muss sich auf einen Fisch im Schwarm konzentrieren. Was unmöglich ist. Wunderschön auch die Quallen dort.

Während mein Arzt den SUV lenkt, genießen der kleine Arzt und ich Big Sur im Licht des Vollmonds. Im Hearst Castle erfahren wir, dass auch Cary Grant und Randolph Scott gemeinsam zu Gast waren. Oh la la! In der Wildcat Lounge von Santa Barbara bezahlt der kleine Arzt bei der Gay Prom Night keinen Eintritt, weil der Türsteher vom Spiel seiner Augenbrauen so angetan ist. In Malibu kaufen wir bei Ralph's ein, dem bevorzugten Supermarkt der Hollywood Stars. Leider kein Celebrity Clash, dafür aber ein Merlot namens Marilyn Monroe.


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Celebrity Clash - Hattrick!

Nichts ahnend amüsieren wir uns mit Olaf, Jakub und Freunden im Hippodrom auf der Wiesn: Trinken, Essen, Trinken, Singen, Trinken, Tanzen, Trinken. So wie immer. Es passiert als die Musik schon aus ist: Celebrity Clash!

Aufgeregt läuft er den Gang entlang, bespricht sich speedig mit einer Person, die eine wundersame weiße Wollhaube trägt und dadurch erst auf den zweiten Blick als Frau erkennbar ist. Sind die Backerl vom Andi Goldberger eigentlich immer so schön rot?andreas goldberger schwulKurz darauf noch einmal: Celebrity Clash! Wir hören zuerst, dass er vor unserer Box steht, weil alle „Edmund, Edmund“ rufen. Bereitwillig nimmt er fesche Dirndl in den Arm und lässt sich fotografieren. Seine Muschi ist nicht dabei. Dann zieht er weiter.edmund stoiber schwulUnd dann noch einer drauf gesetzt: Celebrity Clash! Er düst schnell aus einer Box vom Gang visavis, bespricht kurz was mit dem Kellner, dann wieder rein in die Box. Vielleicht wurde ihm aufgetragen: Harry, fahr den Wagen vor! fritz wepper schwul

Nachgetragen
Wer wissen will, wie es auf der Wiesn prinzipiell zugeht, der liest unsere Abenteuer in der Bräurosl vom vergangenen Jahr nach.


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Creativity is not always good

Der Tinky Winky vom schwulsten Mobilfunker Österreichs hat mir eine Geschichte ins Ohr geflüstert.

Vergangene Woche hat Tinky Winky mit Oliviero Toscani Grappa getrunken. Der war wegen der Ars Electronica in Wien (wieso eigentlich nicht in Linz?). Nach der Veranstaltung schwemmte es Toscani an Tinky Winkys Tisch. Toscani in breitem Italo-Englisch: „I am sorry to say, but creativity is not always good. September 11 was creative, but not good. But, it was good to look at, no?" Dann schwemmten sie weiter Grappa. Danke für diese Geschichte, Tinky Winky.


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Donnerstag, 4. Oktober 2007

What's up, Doc?

Mein Arzt hat ja in San Francisco alles schon einmal gesehen. Vor Zeiten sang er in den größten Hallen Kaliforniens vor ausverkauften Häusern. Als Wiener Sängerknabe. Ich war noch nie in San Francisco , hab aber auch schon alles einmal gesehen. In Filmen. Da geht Alfred Hitchcock Downtown mit zwei Terriern die Straße entlang. Hier hechtet James Stewart bei der Mission Dolores hinter Kim Nowak her. Da braust die Streisand mit Ryan O'Neal vom Russian Hill die Straßen runter. Sehr vertraut.

Neu sind für mich 9 Stunden Zeitverschiebung. Lästiger Jet Lag: Bei den Painted Ladies schöner Ausblick auf Downtown. Kaum drehen wir uns um, möchte ich nur mehr schlafen. Lustiger Jet Lag: Kein Appetit beim Abendessen im Castro . Aber wehe, mein Arzt verzögert das Frühstück noch kurz mit dem Wunsch zu duschen. What's up, Doc? Sehr unentspannt.

Beim Ausflug um die Bay von San Francisco wundern wir uns in der Universitätsstadt Berkely, dass alle Studenten verdammt jung aussehen. Der kleine Arzt weiß warum. In Hollywood ist es üblich, dass Studenten immer von überwuzelten Schauspielern dargestellt werden. Sehr schlüssig.


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