Freitag, 31. August 2007

Der bayerische Verdienstorden

Hätte ich das vorher gewusst! Dann hätte ich noch schnell ein Leben gerettet und Geld gespart. So bezahlen meine freundliche Kollegin Julia und ich Eintritt für den Kunstbau in der U-Bahnstation Königsplatz.

Rettet man in Bayern ein Menschenleben, dann gibt es den bayerischen Verdienstorden. Neben der Ehr' genießt man mit diesem Orden auch finanzielle Vorteile. Lebenslang freier Eintritt in die staatlichen Museen (mit Begleitung, Julia!). Aber auch allzeit kostenlose Beförderung auf den Staatsschifferln der königlich-bayerischen Seen. Das zahlt sich aus. Wie für den Zivildiener meines Arztes. Ob er beim Museumsbesuch den Orden an der Brust tragen muss?

Im Kunstbau sehen wir Dan Flavins Installation „Untitled (for Ksenia)“. 4 Neonröhren. Blau, grün, gelb und pink. Weiße Wände und sonst nichts. Amüsiert spazieren wir bis ans Ende des lang gezogenen Raums. Kicher. Kicher. Aber Julia bemerkt plötzlich zart-farbige Schatten an den Fußleisten. Ich sehe Schattierungen an den Säulen. Als wir auch Verfärbungen in unseren Gesichtern entdecken (Julia in gelb-pink, ich in blau-grün) gibt es kein Halten mehr. Überall im leeren Raum liegen farbige Schatten. Da und dort und da drüben und dort hinten. Das macht Spaß. Als die Farben zu laut werden, rennen wir raus.


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Donnerstag, 30. August 2007

Celebrity Clash

Nichts ahnend essen meine freundlichen Kollegen und ich im Cafe Neuhausen zu Mittag. Es passiert im Nichtraucherbereich: Celebrity Clash!

Er sitzt mit einer burschikosen Blondine im Eck vis à vis. Am Tisch liegt ein Buch mit knallig rot-gelbem Einband. Sie stehen bald auf, schütteln sich die Hand und verabschieden sich mitten im Lokal. Er schaut ihr tief in die Augen. Sie wirkt verlegen. Er sagt: Ich rufe dich an. Sie verlässt das Cafe Neuhausen. Er geht mit dem Buch noch aufs Klo, der Söder Markus .markus söder schwulMan kann sich seinen Celebrity Clash halt nicht aussuchen.


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Freitag, 24. August 2007

Brutzel, Brutzel


Alle freuen sich auf den 5. September. Ab da funkt die neue Staffel von Grey's Anatomy.

Nur mein Arzt freut sich nicht. Er wird von mir zwangsverpflichtet, diese Ärzte-Soap anzusehen. So kann ich beim Mittagessen des folgenden Tages vor den freundlichen Kollegen mit meinem Wissen prahlen. Voll das glänzende Wissen eines Arztgatten halt. Ich kenne jede falsche Diagnose, jede zwecklose Therapie und alle unnötigen Medikamente.

Ein bisserl Spaß hat mein Arzt dann doch. Beginnt ein Schauspieler-Patient etwas schwerer zu atmen oder rollt ein wenig mit den Augen (also mindestens vier bis fünf Mal pro Folge), dann skandieren wir im Chor: De-fi, De-fi, De-fi . Und schon setzen die jungen Ärzte aus Seattle dem Patienten die Elektroden an. Brutzel, Brutzel. Wir verlieren ihn. Brutzel, Brutzel. Er kommt wieder. Brutzel, Brutzel. Er ist wieder weg. Brutzel, Brutzel. Ja, so vergnügt man sich in einem Arzthaushalt.


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Montag, 20. August 2007

Celebrity Clash

Nichts ahnend kehren die Cats, die Münchner Buben, mein Arzt und ich beim „Fischmeister“ am Starnberger See ein. Der Regen treibt uns vom Gastgarten ins Wirtshaus. Es passiert am Eingang zum Extrazimmer: Celebrity Clash!

Er sitzt neben dem Kachelofen im Eck und liest die Wochenendausgabe der Süddeutschen. Ein Blick reicht und ich erkenne ihn. Im Kopf habe ich gleich seinen Marthaler-Faust. Der Monolog „Habe nun, ach!“ nur in Vokalen: A-E-U-A. War scharf damals, 1993. Ok, ok, der Bierbichler Sepp ist auch der Wirt vom „Fischmeister“ und häufig dort. Aber Celebrity Clash ist nun mal Celebrity Clash.sepp bierbichler schwulDavor vertrieb uns der Regen auch schon vom Ostersee. Rainer war ebenfalls wieder da. Aber alles wird gut beim „Fischmeister“: Der Schweinebraten passt und Lars erzählt, wie er mit John Waters durch den Vatikan schlenderte. Ohne dass diesen ein Blitz traf. Außerdem erfahren wir, wie man australische Tim Tam Kekse als Strohhalm benutzt und kosten den berühmten Kürbiskuchen, der überraschenderweise jetzt auch im Kranz serviert wird. Wir wissen natürlich nicht, wer das Rezept gefladert hat. Nein, wirklich nicht. Und ja, der Michi , der ist endlich wieder da. Wir freuen uns.


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Mittwoch, 15. August 2007

Celebrity Clash

Nichts ahnend geh ich mit meinem freundlichen Kollegen Klaus ins Kino . Mein Arzt grillt an der Isar mit anderen Ärzten. Es passiert nach dem Film beim Bier in der Filmwirtschaft: Celebrity Clash!

Er ist léger gekleidet. Jeans, blaues Shirt und Rucksack. Er steht vor dem Plakat vom Mongay , ganz unscheinbar. Mein Blick streift ihn. Ist er es? Zweiter Blick. Ja, er ist es: Oliver Stokowski , der sich in Echte Kerle als Polizist in mein verzaubertes Herz spielte. Eine Beziehungskomödie im Transit zwischen schwul und hetero. Voll empfehlenswert.

Mit Klaus entdecke ich, dass ich Angst vor Mäusen habe. Die wuseln um unsere Füße unter dem Tisch in der Filmwirtschaft. Dann düst Klaus Richtung Schweden und ich ab ins Candy im Muffatcafe.


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Samstag, 11. August 2007

Ich hab fertig - Rosenrot

Die Spezialeinheit für Gewaltverbrechen von internationalem Charakter beim Reichskriminalamt in Stockholm löst ihren 5. Fall . Anfangs stirbt ein illegaler Einwanderer. Am Ende sind einige Personen kopflos. Dazwischen gibt es schlechtes Wetter, sozial-kritische Betrachtungen über die schwedische Gesellschaft, feine Charakterstudien über Enddreißiger und spannende Handlung.

Exotisch-amüsant auch das Lokalkolorit: fesche junge Polizisten heißen Bo Ek und geographische Angaben wie Yxkullsgata, Smedslätten und Brunnsviken lasse ich mir gern auf der Zunge zergehen.


Autor Arne Dahl arbeitet bei der schwedischen Akademie, die jährlich den Literaturnobelpreis vergibt. Ich stell mir vor, dass er es war, der angerufen hat: Hello Frau Jelinek, you won the nobel prize in literature. Oder so ähnlich. Wer mit Arne Dahl anfangen will, startet mit Misterioso .


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Freitag, 10. August 2007

Gilbert & George

Der mit der Brille, das ist der George , sagt Frau Kunkel. Sie führt meine freundliche Kollegin Julia und mich durch die „große Ausstellung“ im Haus der Kunst . Gilbert & George sind seit 1967 ein Paar, produzieren riesige Fotos, die wie Kirchenfenster aussehen, zeigen sich immer in Anzügen, in ihren Kunstwerken manchmal auch nackt, mit allerlei Körperflüssigkeiten und jungen Männern. Gelegentlich überlegen sie drei Jahre welche Nuance das Rot in einem bestimmten Bild haben soll.

Einer ihrer Grundsätze lautet: Never worry assess discuss or criticize but remain quiet respectful and calm. Sympathische Herren, spannende Kunst. George is the cunt, Gilbert is the shit, sagen Gilbert & George selbst.

Nachgetragen

Während der Führung im Haus der Kunst wurden wir in der Besuchergruppe fotografiert. Im besonderen Auftrag von Gilbert & George für ihr Archiv. Julia und ich freuen uns, dass wir bald in diesem berühmten Archiv zu sehen sein werden.


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Montag, 6. August 2007

Celebrity Clash

Nichts ahnend verbringen mein Arzt und ich einen feschen Sommernachmittag mit Freunden am großen Ostersee . Schwimmen, sonnen, lesen, plaudern. Abends packen wir unsere Sachen, schlendern los. Es passiert auf dem Weg zum Parkplatz: Celebrity Clash! Olaf ist so aufmerksam. Ich wäre einfach weiter gelaufen.

Wie vom Osterhasen versteckt, lagert er im hohen Gras unter den Büschen, der Langhans Rainer . Wo ist sein Harem? Nur der Osterhase selbst sitzt neben ihm: ein junger Mann mit riesigen Kopfhörern. Dessen Blicke kreuzen sich mit unseren neugierigen Augen. Ui, schnell sind wir weiter. Weiter zum Hoisl-Bräu , wo Olaf und Jakub nach dem Badesee einen weiteren Geheimtipp ihres Honeymoons von 2003 mit uns teilen. Dankeschön.

Nachgetragen
Alles hängt zusammen. Kürzlich wurde das Leben der Uschi Obermaier verfilmt. Die Rolle Rainer Langhans spielt ausgerechnet diese Celebrity .


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Freitag, 3. August 2007

Cut Back bis zur Brezn

Oups, wir haben es wieder getan. In der österreichischen Tageszeitung der Standard erschien mein Bericht über die Surfer am Münchner Eisbach. Die Fotos dazu knipste mein Arzt.

Mit dem Auto im Zentrum Münchens aus dem Tunnel auf die stark befahrene Prinzregentenstraße kommend: Plötzlich quert ein junger Mann barfuß die fünfspurige Fahrbahn. Sein Oberkörper ist nackt, weil er das Oberteil eines Neoprenanzugs lässig bis zu den Hüften gerollt trägt. Unter seinem Arm klemmt ein Surfbrett. Gestrandet?


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